Personalmarketing im E-Commerce

Das Personalmarketing bzw. Recruiting beschäftigt sich mit dem Einstellen von neuen Mitarbeitern. Gerade in Zeiten des Internets haben die Jobsuchenden die Möglichkeit, sehr viele Informationen über das Unternehmen herauszufinden.

Über folgende Punkte informieren sich die Jobsuchenden:


Bewertungsportale gibt es hierfür zur Genüge. Die Recruiter müssen daher viel Marketing betreiben, um das Unternehmen nach außen hin gut darzustellen. Im Onboarding-Prozess ist das Recruiting-Team besonders gefordert. Denn auch über die Einladung bis zur Einstellung und Einarbeitung berichten (ehemalige) Mitarbeiter in den Foren. Genauso verhält es sich im Offboarding-Prozess, wenn die Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, entweder freiwillig oder unfreiwillig.

Für die Stellenanzeigen hat das Personalmarketing im E-Commerce den Vorteil, dass Anzeigen sowohl bei Jobportalen als auch auf der eigenen Website geschaltet werden können. Im E-Recruiting werden folgende Kanäle eingesetzt:

Praxis-Tipp

Studien haben ergeben, dass die Bezeichnung "Job und Karriere" am häufigsten angeklickt wird, im Gegensatz zu beispielsweise "Stellenangebote".

Was erwarten die Bewerber grundsätzlich?
  1. keine Standardabsage
  2. Pünktlichkeit bei Vorstellungsgesprächen
  3. keine Abweichungen von der Stellenanzeige während des Vorstellungsgespräches
  4. schneller Bewerbungsprozess
  5. faires Gehalt
  6. gute Arbeitgeberbewertungen
  7. Onlinebewerbung < 20 Minuten
  8. mobile Bewerbung
  9. angenehme Atmosphäre beim Gespräch
  10. Karriereseite
Was erwarten die Bewerber von der Karriereseite?
  1. Button in der Hauptnavigationsleiste
  2. "Job & Karriere" statt Karriere
  3. Stellenangebote schnell auffindbar
  4. Informationen über das Unternehmen
  5. Job-Alert
  6. Ansprechpartner
  7. Infos über Weiterentwicklungsmöglichkeiten
  8. Angaben zur Work-Life-Balance
  9. Angaben zu Nachhaltigkeit
  10. Der Arbeitgeber soll vorgestellt werden, nicht das Produkt.

Internes und externes Recruiting

Im Recruiting wird unterschieden zwischen internem und externem Recruiting. Zunächst muss die Stelle intern ausgeschrieben werden. Sollte sich hier kein geeigneter Kandidat finden lassen, würde die Stellenanzeige extern veröffentlicht. Die Unterschiede sehen wie folgt aus:

Intern:
  • kostengünstig
  • Chance für andere Mitarbeiter
  • Frust bei Mitarbeitern – zusätzliche Aufgaben
  • kurze Einarbeitungszeit

Extern:
  • Kostenaufwand
  • hohe Anzahl an Bewerbungen
  • Entlastung für andere Mitarbeiter
  • längere Einarbeitungszeit
  • Innovationen durch neue Ideen

Mögliche IHK-Prüfungsfragen

Nennen Sie die Vor- und Nachteile beim Einsatz von E-Recruiting.

Antworten:

Vorteile:
  • Reichweite
  • schnelle Schaltung von Stellenprofilen
  • Aktualisierung der Stellenanzeige
  • zeitlicher Aufwand – automatisierte Antworten
  • Status zu den Bewerbungskandidaten
  • Controlling

Nachteile:
  • technische Komplikationen
  • zu viel Automatisierung
  • Kostenfaktor
  • zeitlicher Aufwand
  • Datenschutz im Internet


Bewerberbeurteilung

Bei der Bewerberauswahl müssen die Recruiter aus einer Vielzahl von Bewerbungen die richtigen Kandidaten auswählen. Erstellen Sie eine Bewerberbeurteilung mit mehreren Kriterien, um die Kandidaten im Recruiting besser zu beurteilen. Hierfür kann wieder das Scoring-Modell eingesetzt werden.

Kriterium / Punkte 1 2 3 4 5 Gewichtung %
Erscheinungsbild         X 5 %
Auftreten       X   5 %
Ausbildung     X     5 %
Weiterbildung       X   2 %
Berufserfahrung         X 25 %
Branchenkenntnisse       X   2 %
Werdegang     X     10 %
Fremdsprache 1   X       5 %
Fremdsprache 2 X         3 %
EDV (WWS)   X       3 %
MS Office     X     20 %
Gehaltsvorstellung       X   10 %
Verfügbarkeit         X 5 %
Check:           100 %

Name: Мах Mustermann
Verfügbarkeit: 01.10.22
Gehaltsvorstellung: 30.000 Euro p.a.
   
Erreichte Punktе Ø 3,75
Maximale Punkte Ø 5,00
Index 75 %


Fragebogen beim Vorstellungsgespräch

Die IHK könnte Sie in der Prüfung "Fachwirt:in E-Commerce" bitten, einen Fragebogen zu erstellen, der während des Vorstellungsgesprächs eingesetzt werden soll, um den Bewerbungskandidaten mit den Antworten noch besser beurteilen zu können:

Mögliche Fragen für ein Vorstellungsgespräch
  1. Wieso sollten wir Sie einstellen, im Gegensatz zu den anderen Bewerbern?
  2. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  3. Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag bei uns vor?
  4. Welche Projekte haben Sie erfolgreich abgeschlossen?
  5. Welche Schwierigkeiten hatten Sie bisher in Ihrem Job und wie haben Sie diese gelöst?

Checkliste

Die IHK könnte Ihnen die Aufgabe geben, eine Checkliste für das Recruiting zu erstellen, damit das Unternehmen professionell wirkt und es gute Bewertungen von Bewerbungskandidaten im Internet erhält. Diese Checkliste könnte dann so aussehen:

Checkliste für erfolgreiches Recruiting
Werden weitere Schritte erläutert?  
Sind die Antwortzeiten ап den Bewerber kurz?  
Sind Ihге Absagen individuell?  
Bieten Sie eine angenehme Gesprächsatmosphärе?  
Wurden Ihre Mitarbeiter (aus anderen Abteilungen) zu den Anforderung befragt?  
Ist Ihre Karriereseite benutzerfreundlich?  
Nehmen Sie Bewerber in einen Pool auf?  
Prüfen Sie, ob Sie einen Kandidaten auf mehreren offenen Positionen einsetzen können?  
Bedanken Sie sich beim Kandidaten für die investierte Zeit?  
Erheben Sie ein Feedback nach der Einstellung des Kandidaten?  


Einbeziehungen der Mitarbeiter im Recruiting-Prozess

Nennen Sie die Vor- und Nachteile, wenn Sie Ihre Mitarbeiter in den Bewerbungsprozess einbeziehen.

Antworten:

Vorteile:
  • Erfahrung im Daily Business
  • Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt.
  • Mitarbeiter entwickeln sich weiter.

Nachteile:
  • Der Kandidat könnte besser sein als der Mitarbeiter.
  • Meinungsverschiedenheiten
  • Es könnten Gehaltswünsche besprochen werden.


Checkliste für Online-Stellenanzeige

Erstellen Sie eine Checkliste für eine Stellenanzeige, die online geschaltet werden soll:
  1. SEO-optimiert?
  2. Mitarbeiter gefragt?
  3. Arbeitgebervorteile genannt?
  4. Share Buttons?
  5. Diskriminierung vermieden? (m/w/d)
  6. Anforderungsprofil realistisch?
  7. Ansprechpartner wird genannt?
  8. Keine Floskeln genannt? (z. B. Es erwartet Sie eine spannende Tätigkeit)
  9. Ist die Anzeige bodenständig?
  10. Ist die Anzeige authentisch?

Onboarding

Erstellen Sie eine Checkliste für den ersten Arbeitstag Ihres neuen Mitarbeiters.

Checkliste:
Begrüßung, Vorstellen der Kollegen und Vorstellen des Paten (Bezugsperson des neuen Mitarbeiters während der Einarbeit)
Firmenphilosophie und Organigramm vorstellen: Gibt es Dokumente?
Informationen
Aufenthaltsraum
Öffnungszeiten
Fluchtwege
Namensschild
Toiletten
Personalkarte
Zeiterfassung
Mitarbeitergarderobe
Personalkauf
Lagerräume (Büromaterial und/oder Ware)
Pauseneinteilung
Kantine
Fitnessstudio
Parkausweis Tiefgarage
wichtige Telefonnummern (IT, HR, Buchhaltung etc.)
Feedback:
  1. Austausch der gegenseitigen Erwartungshaltungen
  2. Feedback zum Gespräch



Autor(en): Kristoffer Ditz
letzte Änderung K.D. am 05.10.2022
Autor(en):  Kristoffer Ditz
Bild:  Bildagentur PantherMedia / eamesBot


Autor:in
Herr Kristoffer Ditz
Kristoffer Ditz ist Leiter der Hanseatic Business School in Hamburg und Dozent an der AMD Modeakademie. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Controlling bei Handelsunternehmen. Seine Schwerpunkte sind Ein- und Verkaufscontrolling sowie das Online-Controlling.
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Literaturhinweise

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